Marktforschung 9. Juli 2026 Aktualisiert am 8. Oktober 2026 5 Min. Lesezeit

Wettbewerbsanalyse durchführen: Methode und Vorlage für den Mittelstand

Eine konkrete Vorlage für die Wettbewerbsanalyse: Welche Felder Sie pro Wettbewerber erfassen sollten, in welcher Reihenfolge – und wie Sie das Ergebnis direkt für Entscheidungen nutzen.

von Bernhard Mayr

Wettbewerbsanalyse ist ein Begriff, unter dem sich viele Unternehmen wenig Konkretes vorstellen. Dieser Artikel liefert deshalb keine allgemeine Einführung, sondern eine direkt einsetzbare Vorlage: welche Felder Sie pro Wettbewerber ausfüllen, in welcher Reihenfolge Sie vorgehen, und wie Sie in wenigen Stunden zu einem verwertbaren Ergebnis kommen.

Grundlagen zu Informationsquellen und Denkfehlern bei der Wettbewerbsanalyse behandelt der praktische KMU-Leitfaden. Dieser Artikel geht einen Schritt weiter: die konkrete Vorlage zum Ausfüllen.

Vorbereitung: Wettbewerber auswählen

Bevor die eigentliche Analyse beginnt, wird die Liste bewusst kurz gehalten. Drei bis fünf direkte Wettbewerber reichen für ein belastbares Bild – mehr verschiebt den Fokus von Tiefe zu Breite und liefert am Ende oberflächliche Informationen zu vielen statt konkrete zu den relevanten.

Wählen Sie Wettbewerber nach zwei Kriterien: Wer konkurriert direkt um dieselben Kunden? Und wer wird von Ihren eigenen Kunden im Verkaufsprozess tatsächlich erwähnt?

Die Vorlage: Sechs Felder pro Wettbewerber

Für jeden Wettbewerber werden dieselben sechs Felder ausgefüllt. Das erzwingt Vergleichbarkeit und verhindert, dass die Analyse bei einem Wettbewerber ausführlich, beim nächsten oberflächlich wird.

1. Angebotsprofil Was bietet der Wettbewerber konkret an? Produkte oder Leistungen, Preispunkte (soweit öffentlich), Zielkundensegment.

2. Positionierung (Eigendarstellung) Wie positioniert sich der Wettbewerber auf seiner eigenen Website? Premium, Kostenführer, Nischenanbieter, Generalist? Welche Kernbotschaft steht im Hero-Bereich der Startseite?

3. Stärken aus Kundensicht Was loben Kunden öffentlich – auf Bewertungsplattformen wie Google, Trustpilot, Capterra/G2 oder in Fachforen? Wichtig: diese Information kommt aus externen Quellen, nicht aus der Selbstdarstellung des Wettbewerbers.

4. Schwächen aus Kundensicht Was kritisieren Kunden? Häufig die aufschlussreichste Zeile der gesamten Vorlage – hier liegen oft die konkreten Differenzierungschancen.

5. Strategisches Signal Was verraten Stellenanzeigen, Produkt-Updates, Blogbeiträge oder Pressemitteilungen über die aktuelle strategische Richtung? Ein Wettbewerber, der plötzlich mehrere Data-Science-Rollen ausschreibt, plant vermutlich eine KI-Investition.

6. Traffic- und Sichtbarkeitssignal Wie entwickelt sich die Online-Sichtbarkeit des Wettbewerbers (Website-Traffic, Rankings, Wachstumstrend)? Tools wie SimilarWeb liefern hier auch ohne eigene Kundenbeziehung zum Wettbewerber verwertbare Indikatoren.

Kostenlose Vorlage

Wettbewerbsanalyse-Vorlage: Die 6-Felder-Matrix zum Ausfüllen

Die sechs Felder dieses Artikels als druckfertige Matrix für 3–5 Wettbewerber – inklusive Auswertungsteil für die Muster-Analyse.

Kein Spam, keine Weitergabe Ihrer Daten. Der Link kommt per E-Mail.

Die Vorlage als Tabelle: Beispiel zum Ausfüllen

Fiktives Beispiel: ein Anbieter von Lagerverwaltungssoftware vergleicht sich mit einem Wettbewerber.

FeldLeitfrageBeispiel (fiktiv)
1 AngebotsprofilWas bietet er, zu welchem Preis, für wen?Cloud-Lösung für Betriebe ab 50 Mitarbeitenden, Preis auf Anfrage
2 PositionierungWie beschreibt er sich selbst?„Die einfachste Lagersoftware für den Mittelstand”
3 Stärken aus KundensichtWas loben Kunden öffentlich?Schnelle Einführung, verständliche Oberfläche
4 Schwächen aus KundensichtWas kritisieren Kunden?Support schwer erreichbar, Schnittstellen zum ERP lückenhaft
5 Strategisches SignalWas verraten Stellen, Releases, Presse?Drei offene Stellen im Vertrieb für Deutschland
6 Traffic und SichtbarkeitWie entwickelt sich die Online-Sichtbarkeit?Besucherzahlen laut Schätzung leicht steigend

Die Vorlage ist zugleich die Grundlage für Schritt 5 einer vollständigen Marktanalyse. Wie das ausgefüllte Raster in einer vollständigen Analyse aussieht, zeigt das Marktanalyse-Beispiel mit Businessplan-Fassung.

Vom Profil zur Entscheidung

Sechs ausgefüllte Felder pro Wettbewerber sind noch keine Strategie – sie sind die Grundlage dafür. Der entscheidende nächste Schritt: die Felder 3 und 4 aller Wettbewerber nebeneinanderlegen und nach Mustern suchen.

Typische Fragen, die sich daraus ergeben:

  • Kritisieren Kunden bei mehreren Wettbewerbern denselben Punkt? Das ist eine Branchenlücke, keine Einzelschwäche.
  • Gibt es einen Aspekt, den alle Wettbewerber ignorieren, aber Kunden wiederholt einfordern?
  • Wo überschneiden sich die Stärken-Profile stark – und wo ist tatsächlich Raum für Differenzierung?

Der zeitintensivste Schritt – und wie er sich verkürzt

In der Praxis kostet Feld 3 und 4 (Kundenstimmen sammeln und auswerten) mit Abstand die meiste Zeit, wenn es manuell gemacht wird: Bewertungsplattformen durchsuchen, relevante Beiträge in Fachforen finden, alles lesen und kategorisieren.

KI-gestützte Auswertung verkürzt genau diesen Schritt. Statt Dutzende Reviews händisch zu lesen, wertet ein Tool wie marketwhisperer.ai Tausende Kundenstimmen zu mehreren Wettbewerbern parallel aus und liefert aspekt-basiertes Sentiment: nicht nur „positiv oder negativ”, sondern konkret, welche Aspekte (Preis, Support, Benutzerfreundlichkeit, bestimmte Features) wie bewertet werden.

Ein Praxisbeispiel dazu, wie eine Sentimentanalyse über mehrere Wettbewerber hinweg konkrete Produktentscheidungen beeinflusst hat: Sentimentanalyse für die Produktentwicklung.

Häufigkeit: Einmalig reicht nicht

Eine einmal erstellte Wettbewerbsanalyse veraltet schnell. Für den Mittelstand empfiehlt sich ein zweistufiger Rhythmus: monatliches Beobachten der wichtigsten Signale (neue Features, Preisänderungen, auffällige Kundenkritik) und eine vollständige Aktualisierung der Vorlage pro Quartal.

Fazit

Eine wirksame Wettbewerbsanalyse braucht kein aufwendiges Tool-Set und kein CI-Team – aber sie braucht Systematik. Dieselben sechs Felder für jeden Wettbewerber, ein bewusst kurzer Fokus auf die relevantesten drei bis fünf Konkurrenten, und ein klarer nächster Schritt: die gesammelten Muster in eine konkrete strategische Konsequenz übersetzen.

Wenn Sie sehen möchten, wie sich dieser Prozess mit KI-gestützter Auswertung auf wenige Stunden verkürzt, zeigen wir das gerne anhand Ihrer eigenen Wettbewerber in einer kostenlosen Demo.

Wettbewerbsanalyse Vorlage KMU Strategie Mitbewerberanalyse

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Häufig gestellte Fragen

Gibt es eine kostenlose Vorlage für die Wettbewerbsanalyse?
Ja. Die 6-Felder-Matrix in diesem Artikel ist kostenlos und sofort nutzbar: Angebotsprofil, Positionierung, Stärken und Schwächen aus Kundensicht, strategisches Signal sowie Traffic und Sichtbarkeit, jeweils für drei bis fünf Wettbewerber. Als druckfertige Vorlage mit Auswertungsteil können Sie sie zusätzlich kostenlos per E-Mail anfordern.
Wie viele Wettbewerber sollte eine Wettbewerbsanalyse umfassen?
Drei bis fünf direkte Wettbewerber reichen für ein belastbares Bild. Wählen Sie diejenigen, die um dieselben Kunden konkurrieren und die Ihre Kunden im Verkaufsgespräch tatsächlich erwähnen. Mehr Wettbewerber verschieben den Fokus von Tiefe zu Breite und führen meist zu oberflächlichen Profilen, aus denen sich keine klaren Entscheidungen ableiten lassen.
Was gehört in eine Mitbewerberanalyse?
Für jeden Mitbewerber: das Angebot mit Preisen, die Positionierung laut eigener Website, Stärken und Schwächen aus Sicht der Kunden, strategische Signale wie Stellenanzeigen und Produktneuheiten sowie die Entwicklung der Online-Sichtbarkeit. Am Ende steht ein Vergleich, der zeigt, wo sich Ihr Unternehmen abheben kann und wo es nachziehen muss.